Amsterdam
Geschichte
Amsterdam entstand um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts. Der Name 'Amsterdam' wurde von 'de Dam aan de rivier de Amstel' (der Damm am Fluss Amstel) abgeleitet. Dieser Damm wurde einst zum Schutz gegen das Wasser der ehemaligen Zuiderzee benötigt.
Anfangs lebten die Menschen in Amsterdam vom Fischfang. Die Siedlung begann erst zu wachsen, als man zollfreien Zugang zu allen niederländischen Gewässern erhielt. Um 1306 wurden Amsterdam die Stadtrechte verliehen.
Handel
Durch den zollfreien Zugang nahm der Handel mit Deutschland und anderen europäischen Ländern schnell zu. Amsterdam wurde bereits im 15. Jahrhundert die größte Handelsstadt der Niederlande. Die zwei wichtigsten Produkte waren seinerzeit Bier und Hering. Des Weiteren wusste Amsterdam aus der Einlagerung, der Bearbeitung und dem Verkauf von Produkten wie Salz und Eisenerz Kapital zu schlagen, die aus verschiedenen europäischen Ländern angeliefert wurden.
Die Handelsschiffe konnten damals noch über die IJ bis an den Dam in die Stadt fahren. Als immer mehr Menschen in die Stadt zogen, wurde das Gebiet rund um den Damm trockengelegt und man konnte neue Häuser bauen.
Antwerpen war ein großer Konkurrent Amsterdams, bis diese Stadt im Jahre 1589 von spanischen Truppen besetzt wurde. Viele Einwohner Antwerpens zogen nach Amsterdam und brachten großes Wissen und viele Fertigkeiten mit. Vor allem ihre Erfahrung in der Gold- und Diamantenindustrie bescherte der Handelsposition Amsterdams weiteres Wachstum.
Durch die Niederlassung vieler Schiffswerften in der Hauptstadt wurde Amsterdam das vornehmste Verschiffungszentrum Europas. Die Errichtung der V.O.C. (Vereinigte Ostindische Gesellschaft) trug hierzu bei und bewirkte einen großen Handelszuwachs mit Südostasien.
Das Goldene Zeitalter
Das 17. Jahrhundert ist bekannt als das Goldene Zeitalter. Wirtschaftlicher Erfolg und Wohlstand sorgten für Entwicklungen in vielerlei Hinsicht. Maler wie Rembrandt schufen ihre schönsten Werke und auch die Architektur blühte auf. Die bis heute erhaltenen Gebäude an den Grachten und im Viertel Jordaan erinnern noch heute an die Blütezeit des Goldenen Zeitalters.
Im 18. Jahrhundert nahm der Handel ab, die Kluft zwischen Arm und Reich wurde jedoch immer größer. Das Bürgertum wollte eine Änderung herbeiführen und der Ruf nach Demokratie wurde lauter.
Industrialisierung
Am Ende des 19. Jahrhunderts begann in den Niederlanden die Industrialisierung. Die Stahlproduktion expandierte und die Bevölkerungszahlen stiegen schnell an. In Amsterdam wuchs der Wohlstand. Die Produktion von Gütern wie geschliffene Diamanten, Bier, Schokolade und Zigarren wurde modernisiert. Gebäude wie das Rijksmuseum trugen zum internationalen Ansehen Amsterdams bei. Amsterdam bewarb sich erfolgreich für die Olympischen Spiele im Jahr 1928.
Unruhige Zeiten
Im Ersten Weltkrieg nahmen die Niederlande eine neutrale Haltung ein. Das Land geriet in den dreißiger Jahren jedoch in eine wirtschaftliche Krise, was zu hohen Arbeitslosenzahlen führte.
1940 wurden die Niederlande von Deutschland angegriffen, die Besatzung dauerte 5 Jahre. Der Zweite Weltkrieg hinterließ viele Spuren. Eine bleibende Erinnerung ist das berühmte Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank, in dem diese über ihr Leben in einem Amsterdamer Versteck schrieb.
Aufschwung
In den fünfziger Jahren rappelten sich die Niederlande langsam wieder auf und die Menschen hatten wieder eine positivere Lebenseinstellung.
Mit Beginn der sechziger Jahre wurde Amsterdam von ausländischen Hippies bevölkert. Sie wurden durch die tolerante Haltung gegenüber weichen Drogen angezogen. Die Hauptstadt war Vorreiter dieser Duldungspolitik, die später von anderen niederländischen Gemeinden übernommen wurde.
Die Infrastruktur wurde in den siebziger und achtziger Jahren mit dem Bau des IJ-Tunnels und der Errichtung eines Metrosystems erweitert. Ebenso wurde der Flughafen Schiphol weiter ausgebaut. Heute ist er einer der größten weltweit.
Heute
Die Stadterweiterung und die Verbesserung der Lebensqualität in den Wohnbezirken kennzeichnen die neunziger Jahre. Es wurden neue Wohnbezirke errichtet, sodass mehr Menschen in die Stadt ziehen konnten. Eine der kontrovers beurteilten Entwicklungen ist die Erweiterung der Stadt in Richtung des Flusses IJ . Die Anlage der Java-Insel ist mittlerweile durchgeführt. Die neuen Wohnbezirke stechen durch ihre moderne Architektur heraus.
Im 21. Jahrhundert ist Amsterdam noch immer eine der meistbesuchten Städte Europas.
Besucher werden durch das lebendige Nachtleben, die prachtvollen Monumente und die gemütliche Atmosphäre, die in der Hauptstadt herrscht, angezogen.
Die Stadt entwickelt sich stets und übt noch immer eine enorme Anziehungskraft aus.
